Community of Practice on Gender Mainstreaming

Die "Community of Practice on Gender Mainstreaming" (CoP on GM) ist ein europäisches Lernnetzwerk, in dem sich Vertreterinnen und Vertreter aus verschiedenen EU-Mitgliedstaaten zur Umsetzung von Gender Mainstreaming im ESF austauschen. Die Agentur für Gleichstellung im ESF ist Mitglied in der CoP on GM.
Hier finden Sie einen Überblick über die Community of Practice on Gender Mainstreaming und ihre Aktivitäten.  

Transnationale Programme haben im Europäischen Sozialfonds eine lange Tradition. Bereits in den 1990er Jahren wurden ESF-finanzierte Gemeinschaftsinitiativen umgesetzt (z. B. die GI Beschäftigung oder die GI ADAPT, von 2000-2007 die GI EQUAL). Transnationale Projektverbünde aus mehreren Mitgliedstaaten entwickelten und erprobten gemeinsam neue Ansätze und transferierten innovative Problemlösungsstrategien zu Arbeitsmarkt und Berufsbildung oder den Querschnittsthemen des ESF. Seit Beginn der Förderperiode 2007–2013 ist Transnationalität in die nationalen und regionalen Operationellen Programme der Mitgliedstaaten und Regionen integriert.

Die EU-Kommission fördert darüber hinaus transnationale Aktivitäten wie z. B. seit 2007 die „transnationalen Kontaktstellen“ in den Fondsverwaltungen, die u. a. das Ziel verfolgen, wirksame Mechanismen und Verfahren zur transnationalen Kooperation zu ermöglichen. Hierzu gehört auch ein webbasiertes Tool-Kit, das die Suche nach transnationalen Partner/innen und den Informationsaustausch erleichtern soll.

In der gegenwärtigen Förderperiode kooperieren nicht nur Projekte transnational miteinander. Auch der Austausch zwischen den ESF-Fondsverwaltungen zu bewährten Praktiken, Strategien und Ansätzen wird gefördert. Für die in den ESF-Strukturen arbeitenden Akteur/innen wurden Lernnetzwerke etabliert, die nach dem Prinzip der "Community of Practice" zu ESF-Themenschwerpunkten oder ESF-Verfahren zusammenarbeiten.

Diese Lernnetzwerke sind grundsätzlich für alle Mitgliedstaaten offen und beinhalten z. B. Studienbesuche, Peer Reviews, Workshops, Politikforen oder gemeinsame Projektaufrufe.


Die Arbeitsweise der Community of Practice on Gender Mainstreaming

Communities of Practice (CoP) werden definiert als Gruppen von Menschen, die ein gemeinsames Anliegen haben, gemeinsam Probleme lösen möchten oder eine Leidenschaft zu einem Thema teilen und ihr Wissen und ihre Expertise durch gemeinsames Lernen vertiefen möchten. Eine CoP ist eine soziale Lernumwelt, die personale Beziehungen und gegenseitiges Vertrauen erfordert. International arbeitende CoPs müssen sich darüber hinaus der Herausforderung des transnationalen und interkulturellen Lernens und Kooperierens stellen.

Die CoP on GM arbeitet in „konzentrischen Zirkeln“, die unterschiedliche Intensität der Mitarbeit ermöglichen:

  • Die Steuerungsgruppe, die sich überwiegend aus Vertreter/innen von Fondsverwaltungen zusammensetzt, ist – neben dem schwedischen „Sekretariat“ verantwortlich für Entscheidungen und Strategien der CoP (z. B. für politische Impulse auf EU-Ebene oder Veranstaltungen in den Mitgliedstaaten) und repräsentiert gleichzeitig die „ESF-Arbeitsgruppe“, die sich der Integration von Gender Mainstreaming in den ESF-Zyklus widmet.
  • Thematische Arbeitsgruppen (zum Beispiel zum Gender Pay Gap, zu Bewusstseinsbildung und Interessensvertretung, Gender Mainstreaming in der Evaluation oder Training und -Beratung) werden geleitet von der Vertreterin eines Mitgliedstaates/einer Region. Die Arbeitsgruppenergebnisse, good practice-Ansätze, -Methoden und Instrumente werden auf der Website der CoP veröffentlicht oder sind Gegenstand von Tagungen, Seminaren oder Workshops.
  • Expert/innen oder Netzwerke zu speziellen Themen werden partiell in die Arbeit der CoP einbezogen, z. B. in Veranstaltungen.


Aktivitäten der Community of Practice on Gender Mainstreaming

Die von 2010 bis 2013 geförderte Community of Practice on Gender Mainstreaming, die einem Lernnetzwerk gleichen Namens folgt, das bereits im Kontext der GI EQUAL entstand, setzt sich zusammen aus Akteur/innen der Fondsverwaltungen und zwischengeschalteten Stellen aus 13 Mitgliedsstaaten: Schweden (Leitung der CoP on GM), Finnland, Estland, Belgien (FR und FL), Deutschland, Land Bremen, Polen, Tschechische Republik, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal.

Ziel der CoP on GM ist es, den gleichstellungspolitischen Doppelansatz der EU nachhaltig im ESF der Mitgliedstaaten zu verankern und die Integration der Gender Mainstreaming-Strategie in die Verfahren und thematischen Prioritäten des ESF zu befördern.

Dazu wurde eine Reihe von Strategien und Aktivitäten geplant:

  • Baseline study zum gegenwärtigen Stand der Umsetzung von Gender Mainstreaming im ESF der beteiligten Mitgliedstaaten und Regionen, die der Identifikation von „good practice“-Ansätzen, aber auch der Probleme und „Nadelöhre“ bei der Implementierung von Gender Mainstreaming in den ESF dient.
  • Entwicklung und modellhafte Umsetzung eines „capacity building“-Programms für an der CoP on GM beteiligte ESF-Akteure/Akteurinnen und Fondsverwalter/innen.
  • Entwicklung und Verstetigung eines EU-weiten Netzwerkes von GM-Kontaktstellen im ESF, die als „change agents“ in den ESF-Verwaltungen agieren und der Nachhaltigkeit des Lernnetzwerkes dienen sollen.
  • Sammlung, Entwicklung oder Adaptierung von Strategien, Ansätzen, Methoden und Instrumenten, die zur kohärenten Umsetzung von Gender Mainstreaming in den ESF-Verfahren und -Prioritäten beitragen und deren Publikation auf der Website der CoP on GM.
  • Entwicklung von Qualitätsstandards für die Umsetzung von Gender Mainstreaming im ESF der Mitgliedstaaten und der EU-Kommission.


Veranstaltungen der Community of Practice on Gender Mainstreaming

Die CoP on GM plant eine Reihe von Veranstaltungen zu Gender Mainstreaming im ESF-Verfahren oder zu den ESF-Prioritäten. 2011 soll zum Beispiel in Deutschland eine Veranstaltung zu Gleichstellung und Gender Mainstreaming in der kommenden Förderperiode sowie in Schweden eine Fachtagung zu unterschiedlichen Gender Mainstreaming-Unterstützungsstrukturen im ESF der Mitgliedstaaten stattfinden. Zielgruppe solcher Veranstaltungen sind die Akteur/innen der Fondsverwaltungen und der umsetzenden Stellen.

2012 wird ein „Policy Forum“ zu Gender Mainstreaming im ESF stattfinden, dessen Zielgrupe politische Entscheidungsträger/innen der EU-Kommission, des EU-Parlamentes und der Mitgliedsstaaten sein werden.


Kontakt

Sabina Schlinke
Vertreterin des BMAS in der CoP on GM
E-Mail: sabina.schlinke(at)bmas.bund.de

Bengt Nilsson
Project Manager, Schweden
E-Mail:
bengt.nilsson(at)arbetsmiljoforum.se

http://www.genderCoP.eu


Link
Die Website der Community of Practice on Gender Mainstreaming finden Sie hier.


Empfehlungen der CoP on GM
Die CoP on GM gibt Empfehlungen und Kommentare zu den Verordnungsentwürfen der EU-Kommission für die nächste Strukturfondsförderperiode ab 2014.

Empfehlungen der CoP on GM


Positionspapier der CoP on GM
Die CoP on GM fordert auf Basis ihrer Analysen angemessene Vorkehrungen zur Verankerung von Gender Mainstreaming in der nächsten Förderperiode ab 2014.

Positionspapier CoP on GM


Stellungnahme der CoP on GM zum Kohäsionsbericht
Die Community of Practice on Gender Mainstreaming hat eine Stellungnahme zum fünften Kohäsionsbericht der EU-Kommission veröffentlicht mit der Forderung, Gender Mainstreaming kohärent zu verankern.

Stellungnahme der CoP on GM


Statement der CoP on GM: Gleichstellung in Europa 2020
Die Community of Practice on Gender Mainstreaming empfiehlt, die Förderung der Gleichstellung von Frauen und Männern weiterzuführen und in der Strategie Europa 2020 der EU zu verankern.

Statement der CoP on GM